2023-03-19
Chen s hat mir ein Trikot von Oliveras Meisterteam geschenkt!
Schon seit 2009, bevor der chinesische Server überhaupt gestartet war, spiele ich StarCraft II, mal mehr, mal weniger, bis zum letzten Jahr. Ich war schon immer schlecht, auf der Rangliste war mein Höchststand lausiges Diamant. Letztes Jahr kehrte ich kurz zurück und kam nur bis Platin – vieles hatte sich geändert, meine Hände waren viel unbeholfener geworden, und selbst auf meiner 60‑Tasten‑Minimaltastatur gab es kein F2 mehr.
Mitte Februar hörte ich plötzlich, dass Li Ge Weltmeister geworden sei. Ich konnte es zunächst nicht glauben – genau wie Schwarze Rübe sagte: Wer hätte gedacht, dass plötzlich um vier Uhr morgens Silvester wäre? Ich habe mir alle Aufnahmen von den Viertelfinals bis zum Finale angesehen – nein, immer wieder. Sie waren fantastisch. Über die Reise und wie schwer es war, mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,37 % den Titel zu gewinnen, wurde schon viel diskutiert, also möchte ich lieber meine eigenen Gedanken teilen.
StarCraft II begleitet mich nun schon die Hälfte meines Lebens. Vom Kind bin ich zu einem Büroangestellten geworden, der sich mit einem manchmal schwierigen Leben herumschlägt – auf dem Weg scheine ich vieles verloren zu haben. Nachdem ich Li Ges (also dem heutigen Olivera) Sieg im Halbfinale und seine Siegesrede gesehen hatte, spürte ich, wie ich in heftigem Schluchzen etwas wiedergefunden habe: die unkühlbare Leidenschaft, die Beharrlichkeit und den Glauben in schwierigen Zeiten, den Mut, sich starken Gegnern zu stellen, die Gelassenheit im Finale, und das verdammte Rennen in der untergehenden Sonne!
Danke, Chen s, für dieses Trikot. Danke, Li Ge. Ich werde diesen schwersten Weg zum Titel nie vergessen. Man sagt: „Suche auf rechte Weise, das Erreichen liegt am Schicksal.“ Vielleicht trifft das für viele Dinge zu, aber der Mensch ist wie der Baum auf dem Berg: Er wächst nach oben, nur um den Blitz zu empfangen, und scheut sich nicht, dafür sein Leben zu opfern.
Und wenn dieses Leben vorbei ist, blicken wir auf all das Leid zurück und lachen laut: „Na gut, noch einmal von vorn!“
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