
Die Reisezeit mit zl (3) – Fahrt gemeinsam zum Qinghai-See Radfahren?
Im Sommer 2021, ein paar Wochen bevor zl zur Schule ging, verabredeten wir uns, mit dem Fahrrad um den Qinghai-See zu fahren. Die Reise dauerte sechs Tage und fünf Nächte, wobei die Radtour rund um den See genau vier Tage in Anspruch nahm: insgesamt 360 Kilometer, durchschnittlich 90 Kilometer pro Tag. In der folgenden Woche nach der Rückkehr verlor ich trotz normaler Ernährung immer noch 2,5 Kilo.
Diese verrückte Reiseplanung hatte ich seit dem Sommer vor meinem College-Eintritt im Jahr 2014 einmal durchgeführt und wollte sie schon immer wiederholen. Über die Jahre habe ich jeden Freund um mich herum überredet und aufgerufen, aber zl war der Einzige, der großes Interesse zeigte und positiv reagierte.
Wir starteten von einem Fahrradverleih im Kreis Haiyan (ich hatte mein eigenes Fahrrad dabei, zl mietete ein Tourenrad) und fuhren im Uhrzeigersinn um den See.
Meer und Himmel verschmolzen zu einer Linie, der Himmel war strahlend klar. Soweit das Auge reichte, nur eine sich bis zum Horizont erstreckende Straße. Unter dem weiten blauen Himmel lag ein noch blaueres Meer, neben dem Meer weite Rapsfelder, und auf der Straße neben den Feldern nur wir beide.
Während der vier Tage wurde die Welt auf das rhythmische Treten links-rechts komprimiert, zwischen Himmel und Erde gab es nur uns zwei. Erschöpfte Körper stützten einen unermüdlich aktiven Geist. Wir hörten keine Musik, unsere Unterhaltung fand kaum ein Ende.
In den sieben Jahren war der Qinghai-See stetig gewachsen. Die Statue, die 2014 am Ufer stand, war 2021 schon zur Hälfte im Wasser versunken. Ich fragte mich, ob der Qinghai-See zu meinen Lebzeiten wieder an einen Fluss angeschlossen wäre und sich allmählich in einen Süßwassersee verwandeln würde. Ob wir dann wiederkommen würden – ich wage nicht, eine erneute Umrundung zu erhoffen, aber zumindest in einem Zelt eine große Kanne Milchtee trinken und dann prahlen, wie interessant es war.
Nur die anhaltende Höhenkrankheit, die fast die Hälfte der Strecke begleitete, mit starken Migräneanfällen; einige 30 Kilometer lange Anstiege; gelegentliche Wolkenbrüche; schlechte Unterkünfte; und die typische Zerrissenheit eines Mitte-Zwanzig-jährigen Kunstliebhabers konnten der Reise eine leichte Bitterkeit verleihen.
Erwähnenswert ist, dass die letzte Tagesetappe von anhaltendem Regen und endlosen Anstiegen begleitet wurde. Von unseren 24 Schokoriegeln (Snickers) waren nur noch 6 übrig, und von den Red Bull konnten wir kaum noch etwas sehen. Am Nachmittag spürte ich ein Kältegefühl an der Zungenwurzel, was ich als schlechtes Omen erkannte. Bei einer Rast 20 km vor dem Ziel war zls Humor noch am Werk und hinterließ das Meisterwerk „c1 beim Pinkeln“. Glücklicherweise fragte ein tibetischer LKW-Fahrer, ob wir Hilfe brauchten. In dem Moment, als ich in der warmen, trockenen Fahrerkabine mit Klimaanlage saß, wurde mir erst klar, wie kalt es gewesen war; ich zitterte noch über zehn Minuten lang unterwegs.
Zurück in Xining aßen wir ordentlich zwei Pfund handgezogenes Lammfleisch. Das war das letzte Mal, dass ich zl vor diesem Herbst gesehen habe.
Auf dem Weg trafen wir einen älteren Herrn aus Hongkong mit einer Reifenpanne. Nachdem wir ihm Luft aufgepumpt hatten, machte er dieses super coole Foto von uns.
Ich revanchierte mich, indem ich das Bild von zl beim Pinkeln machte.
Handgezogenes Lammfleisch war unglaublich lecker.
🧩Fragmentgeschichten